Freie Klasse Workshop: Kommunikationsguerilla

Die Freie Klasse startet mit einem Workshop zu Kommunikationsguerilla

Wann: Samstag, 16.07.2016 – 16:00
Wo: Freie Klasse (Raum 34c),  Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin

Viel zitiert, wenig umgesetzt: Die Kommunikationsguerilla. Dabei müssen es nicht unbedingt teure Hochglanz-Aktionen sein. Denn Kommunikationsguerilla hat das Potenzial, auch mit einfachen Mitteln und begrenzten Ressourcen Zugang zum öffentlichen Diskurs zu schaffen. Wie das funktionieren kann, soll hier in einem stark auf Mitarbeit der Teilnehmenden setzenden Workshop mit vielen bunten lustigen Aktionsbildern und Berichten gezeigt werden.

Der Workshop ist Kostenlos und eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Seite im Umbau/Site under construction

Die Freie Klasse wird nach einer längeren Phase von Nichtaktivität nun von zwei Tutor_innen des Interflugs Teams organisiert und befindet sich momentan im Umbau. Die Räume werden derzeit wieder nutzbar gemacht und die Seite aktualisiert. Falls ihr mitmachen wollt kommt montags zu den Interflugs Öffnungszeiten vorbei oder schreibt uns.

Was die Freie Klasse bisher war könnt ihr weiter unten lesen.

After a longer period of inactivity, the Freie Klasse is now organized by two Interflugs team members and is under development. The Rooms are beeing renovated and the site will be updated soon. If you want to take part, come by on mondays during the Interflugs opening hours or write us an email.

What the Freie Klasse was before can be read below.

Freieklasse Berlin (english version below)

Seit 1990 haben Studierende der HdK/UdK ihr Studium und ihre Lehre selbst organisiert, die eigenen Inhalte formuliert und untereinander ausgetauscht und Regeln und Abläufe für die Zusammenarbeit gefunden. Die Freie Klasse ist eine Gruppe von StudentInnen, die eine eigene Form des Studiums sucht, mal gegen, mal neben und mal in Zusammenarbeit mit der regulären Lehre an der Universität.

Die Freie Klasse wird von Studierenden gemacht und erhalten und wird an Studierende weitergegeben. In diesem Sinne ist die Freie Klasse eine Institution in der Institution mit eigenen Regeln, mit einer (Selbst)verwaltung, Räumen, Geräten und einem Etat.
Gleichzeitig ist die Freie Klasse keine Representation der Studierenden. Die Freie Klasse hat kein Mandat, ist nicht gewählt, vertritt niemanden und ist an sich niemandem Rechenschaft schuldig. In diesem Sinne ist sie autonom. Die Regeln und Abläufe werden in der Gruppe verhandelt. Diese Gruppe ist im Prinzip für jede/n zugänglich, allerdings zeigt sich immer wieder, dass ein Interesse an der Gestaltung und Mitarbeit der Struktur und der Inhalte, an der Diskussion und Organisation wichtig ist, wichtiger als Disziplinen oder Fachbereiche.
Die Freie Klasse definiert ihr Aussen möglichst unscharf, tatsächlich bewegen sich diese Grenzen immer mehr: War die Freie Klasse in den Neunziger Jahren noch eine “reguläre” Klasse mit der Möglichkeit Scheine zu machen und regelmäßigen Besprechungen, sind sie derzeit eher fliessend: Zur Freien Klasse gehört nicht eine Anzahl von Studierenden der UdK, vielmehr ist die Freie Klasse ein Feld in dem sich eine Vielzahl von Interessierten zu unterschiedlichen Aktionen und Arbeitskomplexen mit verschiedenen Intensitäten zusammenfinden. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus den verschiedenen Fachbereichen sondern immer mehr auch von verschiedenen Universitäten Berlins.

In den vergangenen Jahren gab es das Bikini Haus, das Haus Selba, und den Wir Wissen Kongress in Wien als grössere Arbeiten, aber auch kürzere Arbeitszeiträume wie die Workshops mit der Pariser Universite tangente und der Grupo de arte Callejero, sowie “Meine Akademie”. Die Freie Klasse bewegt sich im Austausch mit anderen fellow travelers wie der Copenhagen Free University, der Manoa Free University, der informellen Universität und anderen denen künstlerische Selbstorganisation wichtig ist.

Workshops, Aktionen Kongresse und Hausprojekte sind Intensive Arbeitsphasen, die von StudentInnen zusammen entwickelt werden. Die Freie Klasse arbeitet mit Gruppen oder Einzelpersonen von ausserhalb der Universität zusammen, um deren Praxis kennenzulernen und im Austausch von Wissen und Erfahrungen über das Format des Seminars, der Vorlesung oder des Vortrags hinauszugehen. Die längere Zusammenarbeit, die ausführliche Diskussion , das gemeinsame Verbringen und auch Verschwenden von Zeit ist das konstitutive Element der Freien Klasse. In diesem Sinne ist die Freie Klasse eine Akademie, in der man zusammenkommt, um Wissen und Arbeit zu teilen.
Das Wissen, dass in diesen Arbeitszeiträumen ausgetauscht wird, bewegt sich notorisch um die Frage nach künstlerischer und politischer Autonomie, eigenen Strukturen und Selbstinstitutionen. Es geht um eine Kritik an der marktkonformen Verwertung kreativer Arbeit, der Individualisierung von Menschen in Kunst und Kulturproduktion und um die Hinterfragung von gegebenen Machtverhältnissen in der Universität und Gesellschaft.
Die Freie Klassse versucht ohne das Bild des Lehrers als einzige Quelle von Wissen, Autorität und Legitimation auszukommen. “Each one teach one” ist vielleicht eine der Konstanten, die zusammen mit einer immer wieder neu versuchten Offenheit gegenüber allen Arbeitsweisen das Feld der Freien Klasse konstituiert.
Dass in dieser Struktur, in der festgeschriebene Hierarchien und Ausschlussverfahren nicht existieren , vor allem informelle Hierarchien entstehen zeigt sich in der Praxis der Freien Klasse deutlich. In diesem Bewusstsein wird immer wieder versucht die Hierarchien , die sich aus Geschlecht, Erfahrung, rhetorischer Fähigkeit, Engagement und ökonomischen Möglichkeiten der einzelnen ergeben, kontinuierlich zu diskutieren: Die Freie Klasse versucht Hierarchien zu verflüssigen statt, wie in den regulären universitären Strukturen festzuzementieren und zu reproduzieren.

Die Freie Klasse hält sich aus der parlamentarischen Universitätspolitik heraus. Diese Form von Politik ist unserer Erfahrung nach, vorwiegend Interessenspolitik und damit oft Fassade für den Machterhalt des Klassen/Seminar und Kurssystems und der jeweiligen ProtagonistInnen. Es ist eine Stellvertreterpolitik, in der die Studierenden keine Stimme haben und steht damit im Widerspruch zu dem für was wir die Freie Klasse machen: Für ein basisdemokratisches, egalitäres Kunststudium

The Freie Klasse Project started in 1989 with Students of the Berlin University of the arts organizing their education autonomously, as an alternative to the regular class system.

Organizing seminars, discussions and exhibitions the Freie Klasse became known for their ambition to reshape the institution and establish a collaborative and political approach towards art practise.

After major demands, forming the political agenda of the Freie Klasse, were realized by the University almost ten years after the inception, the motivation of the participants started to weaken: In 1999 the platform of the class -the studio in the main building- was taken and the class fell apart.

Since then, only some activities, carried out by different individuals, remained of the possibilities of independent study at the University.

When we discussed the current situtation of art education in Germany, during the student protests in 2003 the Freie Klasse as a self-institution once again came to mind as a tool to discuss very basic and general political ideas within the University and intervene in this specific social reality. We asked ourselves if we could reactivate the promise of an alternative, which was connected, to the term Freie Klasse and use it to continue the discussions of the student protests and connect them with ideas and thoughts in the field of art and culture. We took up what was left of the assets of the old Freie Klasse started working collaboratively, organizing a different form knowledge production. In the process we developed the idea to create a space that should not be governed by the institutionalized authorities.

A self determined and independent space to exchange ideas did not exist at that time in the University and our aim was to research if such a space was still needed at all. On the contrary we thought it to be important to actually experience how such a space would look and feel like in reality.

Our proposition was to organize a temporary project, that would be very visible in the University for a limited time during the summer, rather than to reinstitutionalise us into yet another structure. We started to invite many students into a temporary working group that was open to anybody and would be structured around the aims of a temporary project. With this eruptive strategy, we sought to avoid some of the exclusiveness that characterized previous attempts to develop an independent project within this institution.